
Als Geschenke und Mitbringsel finden Sie in unseren Orten allerlei Kunsthandwerkliches aus Holz, Stein (Salzstein, Untersberger Marmor, etc.), Keramik oder Glas. Doch das bekannteste Kunsthandwerk der Region ist die "Berchtesgadener War": Die Holzhandwerklichen Erzeugnisse wurden traditionell wie aktuell in Handarbeit gefertigt und bemalt.
"Hausindustriell" hergestellt werden Spanschachteln, Holzspielzeug, Holzinstrumente (Flöten), Schnitzerei- und Drechslerei-Gegenstände. Die Erzeugnisse des Berchtesgadener Holzhandwerk waren neben dem Salz der wichtigste Exportartikel der einst reichsunmittelbaren Fürstpropstei Berchtesgaden. Die leichte Spanschachtel diente noch im 19. Jahrhundert als umfangreich eingesetzte Verpackung.
Herstellung und Vertrieb von Spanschachteln, Holzspielzeug, gedrechseltem Hausrat und Flöten garantierten vom 16. bis ins 19. Jahrhundert Handwerkern, Verlegern und Hausierern den Lebensunterhalt.
Der wohl bekannteste wandernde "Berchtesgadener Handelsvertreter" war Anton Adner. Er trug in einer Kraxe auf dem Rücken die "Berchtesgadener War" durch die Welt.
Auch die Berchtesgadener Beinschnitzer waren bis ins 19. Jahrhundert weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Neben dem kostbaren Elfenbein wurden vor allem Rinderknochen verarbeitet. Die Meister hüteten ihre Verarbeitungsmethoden streng als Betriebsgeheimnis.
Die filigrane Produktpalette umfasste beispielsweise Heiligenfiguren, Rosenkränze, Haus- und Reisealtärchen, Federkielkruzifixe, Miniaturmöbel für Puppenstuben, Würfel, Schachfiguren und Dominospiele. Außerdem wurden Gebrauchsgegenstände wie Kämme, Zahnstocher, Fingerhüte, Stock- und Schirmgriffe, Papiermesser, Garnspulen und Flohfallen gefertigt.
Freitag, 25. Juli 2008