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Botschafter des bayerischen Sports

Sympathieträger aus dem Berchtesgadener Land

München/Berchtesgadener Land - Die einen sind "Botschafter des bayerischen Sports", die anderen werden als "herausragende Nachwuchssportler" gewertet. Vier im Berchtesgadener Land wohnende beziehungsweise trainierende Sportler erhielten am 07.07.2007 auf einer großen Gala im

'Huber Buam'

'Huber Buam'

Internationalen Kongress-Center in München den von Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein verliehenen "Bayerischen Sportpreis". Die Extremkletterer Thomas und Alexander Huber hatten sich die Ehrung als "besondere Sympathieträger" verdient, die Rennrodler Felix Loch und Natalie Geisenberger sind "Vorbilder für jugendliche Hoffnungsträger". Nicht nur durch die Preisträger und ihre Familien war das Berchtesgadener Land auf der im Bayerischen Fernsehen übertragenen Gala stark vertreten. Mit Georg Hackl und Susi Erdmann hatten die Mitarbeiter von Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein auch geeignete Laudatoren hier gefunden.

Lederhose und Dirndlgwand prägten das Bild an diesem Abend. Natürlich war der Hackl Schorsch in Berchtesgadener Tracht nach München gereist - und Susi Erdmann passte sich an. Dass die Schuhe nicht ganz dazu passten, fiel vor Millionen von Fernsehzuschauern nur dem Schorsch auf: "Susi, danke dass Du extra für mich Deine flachen Schuhe angezogen hast". Viel half es allerdings nicht, die 1,87 Meter große Ex-Athletin überragte ihren Bühnenpartner trotzdem deutlich. Nach kurzem Geflachse wandten sich die beiden schnell ihren Aufgaben zu. Susi Erdmann erinnerte an die Anfänge des Felix Loch, der noch vor wenigen Jahren seinen großen Vorbildern ehrfurchtsvoll beim Training zugeschaut hatte. Dass der Schönauer dann in Oberhof den Weltmeistertitel holte, war auch für Susi Erdmann eine große Freude. Der 18-Jährige startet für den RC Berchtesgaden und lebt mit seinen Eltern in Schönau am Königssee. Das Gefühl für den Rennrodel hat Loch zweifelsohne in den Genen. Der Vater ist Bundestrainer, die Mutter war selbst Rodlerin. Strahlend nahm der im dunklen Anzug erschienene 1,91-Meter-Athlet den Nachwuchs-Preis aus den Händen von Susi Erdmann entgegen, während Natalie Geisenberger in der Zuständigkeit von Schorsch Hackl lag.

Der wollte zwar nichts davon wissen, dass er "Frauenkenner" sei, hatte über das "neue Gesicht des Rennrodelns" aber doch allerhand zu erzählen. So wurde die 20-jährige Natalie Geisenberger, die in einem kirschroten Abendkleid zur Ehrung gekommen war, in der vergangenen Saison sowohl Deutsche Meisterin als auch Europameisterin, Vizeweltmeisterin und Gesamtweltcup-Dritte. Die gebürtige Münchnerin startet für den RRT Miesbach, besuchte aber das CJD-Gymnasium am Obersalzberg, trainiert regelmäßig am Königssee und wohnt deshalb zeitweise im Berchtesgadener Land. Dabei war sie nicht von Klein auf eine begeisterte Rennrodlern. Als Zehnjährige wollte Natalie viel lieber skifahren. Das Rodeln hatte sie beim Schnuppertraining ausprobiert, organisiert vom Miesbacher Gymnasium. Danach fragte das Miesbacher Rennrodelteam immer wieder im Hause Geisenberger an, ob die Zehnjährige denn nicht nochmal vorbeischauen wolle und ob sie nicht Lust hätte, am Zwergerl-Cup in Königssee teilzunehmen. Sie tat es - Papa Helmut zuliebe, weil der nie zuvor an einer Rennrodelbahn war. Natalie wurde Fünfte, doch was viel wichtiger war: Sie bekam einen Pokal. Der Funke war gezündet.

Aus der Hand eines Ministers bekamen die Huberbuam ihre Auszeichnung als "Botschafter des bayerischen Sports". Schließlich darf sich Kultus- und Sportminister Siegfried Schneider schon als Seilpartner von Thomas und Alexander bezeichnen, nachdem er kürzlich im Klettergarten Karlstein durch ihre Kletterschule gegangen war. "Die beiden haben dem Klettersport einen neuen Höhenflug verpasst, der Sport boomt derzeit an den Schulen und in den Kletterhallen", freute sich Laudator Schneider. Der bezeichnete die Huberbuam als Vorbilder für die Jugend, zumal die beiden auch sehr bodenständig und heimatverbunden seien. Ob im Alpinklettern, im Sportklettern oder an den hohen Bergen - die Hubers fühlen sich überall zuhause. Richtig bekannt aber wurden sie erst durch ihre Taten am El Capitan im kalifornischen Yosemite-Nationalpark. An der 1000-Meter-Wand eröffneten sie zahlreiche schwierigste Routen beziehungsweise kletterten Klassiker erstmals frei. Über den Versuch eines Geschwindigkeitsrekords an der Kletterroute "Nose" drehte Regisseur Pepe Danquart den viel beachteten Film "Am Limit".  "Rekorde sind da, um gebrochen zu werden", hatten sie einmal als Motto ausgegeben - wenig später schafften sie den Rekord tatsächlich. Doch ein Amerikaner und ein Japaner holten sich ihn kürzlich zurück. Nun ist selbst Minister Siegfried Schneider gespannt, wie die Hubers reagieren werden: "Mal sehen, wann sie sich wieder auf den Weg zur Nose machen". Zur Preisverleihung auf die Bühne kamen die beiden Kraxler jedenfalls nicht klassisch über die Treppe, sondern sie seilten sich in ihren Lederhosen von der Decke ab.
Weitere Informationen zu den » Huber Buam

Text: UK, » Berchtesgadener Anzeiger | Foto: (c) BR

Donnerstag, 20. November 2008

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