
Ab dem 24. August, dem
Bartholomäus-Tag, wird alles für den Almabtrieb vorbereitet. Die "Fuikln" als Kopfschmuck für die Kühe und die Latschenbüsche für die
Kälber werden handgefertigt. Die Sennerin erzählt: "Bei uns macht die
Fuikln mein Schwiegersohn Michael unten am Hof. Das ist grausig viel
Arbeit. Er sitzt da nächtelang. Die Latschn'boschn mache ich oben auf
der Alm selbst."
Für eine Fuikl aus einem Tannengipfel mit vier
zusammen gebundenen Kränzen, geschmückt mit bunten Sternen aus
Holzspänen rechnet Michael Lichtmannegger mit 25 bis 30 Arbeitsstunden.
Ist sie fertig, kann der große Tag kommen. Das Vieh darf allerdings zum
Almabtrieb nur dann festlich geschmückt werden, wenn kein "Unreim",
also kein Unglück, geschehen ist.
Auch für Marianne ist es das Schönste
auf der Alm, wenn kein Tier abstürzt oder krank wird: "Man ist jeden
Tag froh, wenn alle Viecher wieder gut zurück kommen." Sie hat eine
besondere Beziehung zu ihren Tieren: "Wenn ma' sagt, 'du dumme Kuh',
dann is des a ganz falscher Ausdruck. Die Viecha sind g'scheid und
sensibel."
Donnerstag, 20. November 2008