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Erstes Berchtesgadener Land Skitouren-Festival


Ein Festival der Tourengeher

Berchtesgadener Land/Hochschwarzeck. Was früher nur etwas für geübte Bergfexe war, trauen sich heute immer mehr Menschen zu: Skitourengehen. Damit alle sicher den Berg rauf und vor allem wieder runter kommen, fand vom 27. bis zum 29. Januar das 1. Skitouren-Festival im Berchtesgadener Land statt.

 

Auf dem Programm standen jede Menge Workshops und ein abendliches Charity-Rennen zugunsten der Sternstunden des Bayerischen Rundfunks. Sieben geführte Touren rund um den Berchtesgadener Talkessel bildeten den Abschluss der Veranstaltung, zu der sich rund 130 Teilnehmer angemeldet hatten.

 

Skitourenwissen aus erster Hand

„Viele Tourengeher sind zwar gut ausgerüstet, können aber mit dem Equipment gar nicht richtig umgehen", weiß Bergführer Walter Lang. Bei ihm lernten die Festival-Teilnehmer deswegen den Gebrauch eines Lawinenverschütteten (LVS)-Suchgerätes, das Sondieren und das richtige Ausgraben. Um erst gar nicht unter eine Lawine zu geraten, stellte Bergführerkollege Michael Graßl die neuesten Airbag-Rucksäcke vor. Das die Leben retten können, hat der Berchtesgadener bei einer Rettungsaktion am eigenen Leibe zu spüren bekommen. „Wenn man eine Verschüttung in Kauf nimmt, ist das wie wenn man Lotto spielt: meistens geht es schlecht aus", deshalb rät er zur Prävention. In weiteren Kursen konnten sich die Festival-Besucher über Sicherheit auf Skipisten informieren und über Aufstiegs- und Abfahrtechniken.

 

Lernen von Profis

An Wettkampfläufer und solche, die es werden wollen, richtete sich das Spezialtraining mit dem deutschen Bundestrainer Skibergsteigen, Johann Rampl, und Juniorenweltmeister Toni Palzer. Das Ausnahmetalent aus Ramsau bei Berchtesgaden machte vor, wie es richtig geht. Zum Beispiel schnelles Fellwechseln und flotte Spitzkehren. „So etwas wird nicht so oft angeboten und ich dachte mir, da kann ich auf jeden Fall was lernen - auch für den normalen Skitourengebrauch", sagte Teilnehmerin Michaela Bredow aus der Nähe von Bad Tölz. Eigentlich wollte sie nämlich gar kein Rennen mitmachen, Ausnahme: das Charity-Rennen am Abend.

 

78.400 Höhenmeter für den guten Zweck

Zwei Stunden hatten die 104 Starter Zeit, um auf einem festgesetzten Rundkurs hinauf zum Berggasthof Hirschkaser so viele Höhenmeter wie möglich zu sammeln. Vom Geschäftsführer des Berchtesgadener Land Tourismus GmbH, Stephan Köhl, über Berchtesgadens und Ramsaus Bürgermeister bis zur jüngsten Teilnehmerin, der zehnjährigen Julia aus Bad Reichenhall, gaben alle ihr Bestes. Am Ende konnte die stolze Summe von 1.100 Euro an die Sternstunden Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks übergeben werden. Für jeden der 78.400 Höhenmeter gab es einen Cent und den Rest rundeten Veranstalter Toni Grassl und die Sponsoren auf.

 

Gipfelglück auf zwei Skiern

Mit sieben geführten Touren ging das 1. Skitouren-Festival im Berchtesgadener am Sonntag zu Ende. Drei leichte Routen führten auf den Toten Mann, auf den Götschenkopf und das Roßfeld. Anspruchsvoller ging es bei der „Kleinen Reibe", sowie beim Aufstieg auf die Watzmann Gugl und die Hochalm zu. Knackige 1.645 Höhenmeter legten die zehn Teilnehmer zurück, die mit Bergführer Michael Wolf das Watzmannkar eroberten - und oben mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein belohnt wurde. Für Gerhard Obermaier aus der Nähe von Passau war es die erste Tour auf den Watzmann. „Das ist ein Traum hier oben", schwärmte er ganz angetan.

 

Ein absolut positives Resümee der dreitägigen Veranstaltung zog auch Toni Grassl. Die Region sei ideal, um ein derartiges Event durchzuführen. Schon jetzt kündigte er eine Wiederholung im kommenden Jahr an. Sehr zur Freude von Tourismuschef Stephan Köhl. „Das Skitouren-Festival war ein wunderbares Event mit vielen begeisterten Teilnehmern aus dem ganzen Alpenraum. Das Thema Sicherheit ist uns beim Skitourengehen sehr wichtig und konnte in den Workshops hervorragend transportiert werden". In dem immer beliebter werdenden Sport sieht Köhl einen durchaus interessanten Zukunftsmarkt für die Region. „Auch unsere Skigebiete haben die Wichtigkeit dieser neuen Zielgruppe erkannt und sich sehr gut darauf eingestellt, sei es mit ausgewiesenen Aufstiegsspuren in Pistennähe oder langen Skitourenabenden".

 

 



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