Pidinger Klettersteig
Herrliche Steiganlage in den Nordabstürzen des Hochstaufens
Sehr gute und lange Steiganlage durch die Nordabstürze des Hochstaufens. Auf Grund der Höhenlage vor allem für die Übergangszeit ein interessantes Klettersteigziel und auch durch die Nähe zu Salzburg und die schnelle Erreichbarkeit über das Deutsche Eck ein gutes Ziel für den extremeren Klettersteiggeher. Kraft und Kondition sind Voraussetzung. Der Klettersteig wurde 2003 unter der Leitung des Pidingers Sepp Reichenberger in 1500 Arbeitsstunden errichtet. Die Gemeinde Piding finanzierte die Materialkosten, die Arbeitszeit wurde von den Erbauern ehrenamtlich eingebracht. Der Steig führt im oberen Teil über eine alte Kletterroute, die von Willo Welzenbach und F. Liebler erstbegangen wurde, der Anstieg hat aber seit der Erstbegehung 1921 nur wenig Beachtung gefunden.
Kommentare zum Klettersteig aus der Presse:
"In vorbildlicher Weise wurde mit diesem Klettersteig eine Linie gefunden, die vom Aspekt des Anspruches, des Erlebniswertes und der Naturverträglichkeit ihresgleichen sucht" (Peter Geyer, 1. Vorsitzender VDBS, Präsident der IVBV). "Perfekte Anlage mit hervorragender Beschilderung, herrlich in die Landschaft eingepasst, wunderbarer Blick ins Voralpenland" (Ernst Riha, Klettersteigexperte).
"Die Steiganlage ist perfekt" (Richard Franzl, Erbauer mehrerer Klettersteige). "Ich muß den Erbauern ein ausdrückliches Lob aussprechen. Sie haben Rücksicht auf den Bewuchs genommen und alle Regeln der Klettersteigkunst angewendet" (Alois Häusl, Vorsitzender der Alpenvereinssektion Bad Reichenhall)
| Informationen zur Tour | |
|---|---|
| Tourismusbüro Piding | Tel. +49-8651-3860 |
| Begehbar von: | 1. Juni - 31. Oktober (je nach Wetterlage) |
| Schwierigkeitsgrad: | A-D |
| Höhendifferenz: | 750 Hm |
| Gehzeit: | 7 Std |
| Höhenlage: | 1.020 - 1.750 m |
| Einkehrmöglichkeit: | Reichenhaller Haus auf dem Gipfel |
| Parkplatz: | Wanderparkplatz in Piding |
Von der A8 München - Salzburg die letzte Ausfahrt vor der Grenze Bad Reichenhall / Piding ab und im Kreisel die erste Abfahrt Richtung Bad Reichenhall. Nach etwa 200 Metern gleich wieder rechts in die St. 2103 Richtung Teisendorf. Vorbei an einigen Bauernhöfen durchquert man den Ortsteil Urwies und findet direkt an der Straße links das erste Schild Richtung Klettersteig. Dort hinein erreicht man nach ca. 200 Metern den Wanderparkplatz.
Hier finden Sie Ergänzende Informationen.
Achtung:
Für Ungeübte sind Klettersteige nicht geeignet!
Bitte informieren Sie sich bei der Klettersteigschule Berchtesgaden oder bei einem der vielen zertifizierten Berg- und Klettersteigführer des Berchtesgadener Landes.
Hintergrundinformationen:
Auf den Spuren Willo Welzenbachs: Drahtseil-Direttissima durch die Nordwand des Hochstaufens.
Im Jahre 1921 kämpfte sich ein junger Mann aus München zusammen mit einem Freund durch die Nordwand, durch die Nordwand des Hochstaufens bei Piding, nachdem er im Sommer des Vorjahrs noch an dieser, seiner aller ersten Erstbegehung, gescheitert war. Als „hart und exponiert" charakterisierte Willo Welzenbach die Route, die er gemeinsam mit F. Liebler eröffnet hatte. In den folgenden Jahren startete der zu dieser Zeit wohl erfolgreichste deutsche Alpinist einen beispiellosen Siegeszug zunächst durch die Ost-, ab Ende der zwanziger Jahre aber auch durch die Westalpen.
Nicht weniger als 43 Erstbegehungen weisen seine Tourenberichte auf. Die großartige Karriere, die einst am Staufen begann, und das Leben Willo Welzenbachs endeten in der Katastrophe des Jahres 1934, auf über 7000m im Schneesturm am Nanga Parbat.
Jahrzehntelang ist es seither äußerst ruhig zugegangen in den bereits von der Autobahn München-Salzburg bestens sichtbaren Nordabstürzen des Hochstaufens. Mit Ausnahme der wenigen Kletterer, die sich hin und wieder auf die Spuren von Welzenbach und Co begaben, blieben hier Gemsen, Kolkraben und Bergdohlen weitestgehend unter sich. Dank seiner absoluten Randlage - nördlich des Staufens beginnt definitiv das Flachland - bietet der knapp 1800m hohe Gipfel atemberaubende Ausblicke auf die Chiemgauer Seen, die Stadt Salzburg, das Saalachtal sowie die Berchtesgadener Bergriesen Watzmann, Hochkalter und Göll. Die Wanderer, die von den Talorten Piding, Bad Reichenhall und Inzell aus dem Gipfel zustreben, wissen das großartige Panorama traditionell auch zu schätzen. So konnte das Gipfelkreuz des Hochstaufens bereits das 150jährige Jubiläum seiner Errichtung feiern. Bergsteiger der etwas schärferen Gangart aber ließen bisher, von der Autobahn kommend, den Staufen nicht links, sondern rechts liegen und wandten sich lieber den benachbarten, berühmteren Bergen Berchtesgadens zu.
Im Sommer 2003 kehrte urplötzlich rege Betriebsamkeit ein in der verlassenen und vergessenen Nordwand. Der Pidinger Sepp Reichenberger, aufgewachsen auf der Steiner Alm ganz nahe an den Nordabstürzen des Hochstaufens, suchte und fand - ideell und materiell unterstützt von seiner Heimatgemeinde - die ideale Linie für einen rassigen und athletischen Klettersteig. Zusammen mit einer handvoll weiterer Bergverrückter realisierte Sepp den recht anspruchsvollen Pidinger „via ferrata" in nur wenigen Monaten. Der neue Weg überrascht den Begeher mit beeindruckender Ausgesetztheit ebenso wie mit grandiosen Tiefblicken und Quergängen durch lotrechte Wände, vorbei an versteckten Höhlen und Grotten. Der Ferrata-Aspirant bewegt sich weitgehend an natürlichen Griffen und Tritten, bestens gesichert vom durchgehenden, ca. 1100m langen Stahlseil. Nur außergewöhnlich glatte, griff- und trittlose Passagen wurden mit Trittbügeln und Griffen entschärft. Der Bizeps und Kletterkönnen sind also weiterhin gefragt in der Staufen-Nordwand.
Der Pidinger Klettersteig ist in Bezug auf Steilheit und Ausgesetztheit mit den klassischen Anlagen in den Berchtesgadener Alpen, wie etwa dem Mannlgrat am Hohen Göll oder der Überschreitung der Watzmannspitzen, nicht vergleichbar. Er stellt weit höhere Anforderungen an die athletischen Fähigkeiten des Begehers. Und gerade deshalb ist zu erwarten, dass viele ambitionierte Bergsteiger in Zukunft den Staufen nicht mehr links bzw. rechts liegenlassen, sondern die Herausforderung Nordwand-Ferrata annehmen werden! Durch die 400 m hohe Felsflanke führt nicht nur ein klassischer Anstieg von Willo Welzenbach, sondern seit 2003 auch ein rassiger Klettersteig, der unmittelbar am Gipfel endet. Der gesamte Anstieg von Piding aus weist ca. 1300 Höhenmeter auf! (Autor: Sepp Jostl)































Pidinger Klettersteig am Hochstaufen
http://www.berchtesgadener-land.com/de/pidinger-klettersteig/










