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Geschichte des Landkreises Berchtesgadener Land


Der südostoberbayerische Landkreis

 

Wie der ganze Freistaat Bayern erhielt auch die südostoberbayerische Ecke des Landes im Zuge der Landkreisreform im Jahr 1972 eine neue Verwaltungsgliederung. Aus der Notwendigkeit, rationell verwaltbare Raumeinheiten zu bilden, entstand hier der neue Landkreis „Berchtesgadener Land". Es ist zwar ein neues Gebilde; im Gegensatz zu vielen anderen neu geschaffenen oder umgebildeten bayerischen Landkreisen hat er aber ein traditionelles Eigengewicht, mit dem sich die Bürger inzwischen voll identifizieren können.

 

Das Wappen symbolisiert den Zusammenschluss der durch die Landkreisreform vom 1. Juli 1972 vereinigten Gebietskörperschaften zum Landkreis "Berchtesgadener Land". Die Wappenbeschreibung lautet: "Über Schildfuß mit den bayerischen Rauten, gespalten von Gold und Blau; vorne ein rot bewehrter schwarzer Löwe, hinten schräg gekreuzt ein goldener und ein silberner Schlüssel." Das Wappen dokumentiert, dass der neue Landkreis aus drei bis dahin selbständigen Gebietskörperschaften gebildet wurde, deren eigenständige Vergangenheit gleichberechtigt dargestellt werden soll.

 

Für das Gebiet der früheren Fürstpropstei Berchtesgaden, die im wesentlichen dem südlichen Teil des bisherigen Landkreises Berchtesgaden entspricht, stehen die aus dem alten Berchtesgadener Wappen übernommenen schräg gekreuzten Schlüssel. Sie sind die Symbole des hl. Petrus aus dem Wappen der Fürstpropstei. Der frühere Landkreis Laufen stand lange Zeit unter der Herrschaft der Fürstbischöfe von Salzburg; dafür erscheint der sog. Salzburger Löwe. Die früher kreisfreie Stadt Bad Reichenhall gehörte zum altbayerischen Kurfürstentum, was durch die bayerischen Rauten dargestellt wird. Die Rauten sind zugleich ein für alle Gebietsteile gemeinsam geltendes Symbol, da damit die seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts wirkende Verwaltungsorganisation Bayerns im Rupertiwinkel sinnbildlich dargestellt wird.

 

Der Landkreis "Berchtesgadener Land" bildet sowohl geschichtlich und kulturell als auch wirtschaftlich eine Einheit; alle drei Teile - das eigentliche „Berchtesgadener Land" (im engeren Sinne der ehemaligen Landesherrschaft der Fürstpropstei Berchtesgaden), die Stadt Bad Reichenhall und das Land um Laufen - standen seit dem frühen Mittelalter über die Jahrhunderte hinweg bis hin zum Anfang des 19. Jahrhunderts im Spannungsfeld zwischen dem Fürsterzbistum Salzburg und dem Herzogtum Bayern, die den Salzreichtum des Gebietes beide für sich beanspruchten. So barg unser Gebiet zwar die Quelle seines Reichtums von Natur aus in sich, ebenso aber die Quelle unendlicher Streitigkeiten, die mehr als einmal in kriegerischen Auseinandersetzungen endeten.

 

Wirtschaftlich gesehen ist es heute immer noch der Tourismus, der für den ganzen Landkreis als Einheit von außerordentlicher Bedeutung ist, wobei man als besonders reizvoll die Vielfalt der Landschaftsformen bezeichnen kann: die Flusslandschaft an Salzach und Saalach, das hügelige, grüne Voralpenland, die kultivierte Siedlungslandschaft der Bäderstadt Reichenhall, das mittelgebirgige, bewaldete Berchtesgadener Land, überragt von verkarsteten Gebirgshochflächen, und endlich das Hochgebirge mit Watzmann und Steinernem Meer, den fjordähnlichen Königssee umschließend.

 

Wikipedia



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